Illegaler Gen-Mais in Polen

Die deutsche KWS Saat AG drängt mit genmanipuliertem Maissaatgut auf den polnischen Markt, 
obwohl der Verkauf von Gen-Saatgut und der kommerzielle Anbau dort verboten sind. Seit vier Jahren werden etwa 3000 Hektar Gen-Mais illegal in Polen angebaut. Die polnische Regierung hat bisher nicht eingegriffen. Nun will die KWS den illegalen Anbau offensichtlich ausweiten und wirbt bei polnischen Landwirten für Gen-Saatgut.

Erst im August 2011 hatte Polens Präsident Komorowski in letzter Minute den Einzug der Agro-Gentechnik blockiert (wir berichteten). Nach Angaben von Dorota Metera von der polnischen Kontrollstelle Bioekspert ist jedoch nicht der Anbau verboten, sondern lediglich das Inverkehrbringen von GVO Saatgut. Das Umweltinstitut München fordert die KWS Saat AG auf, den Verkauf von genmanipuliertem Saatgut in Polen sofort zu stoppen.

Die KWS Saat AG aus dem niedersächsischen Einbeck ist mit mehr als 40 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in 70 Ländern Deutschlands größtes Saatgutunternehmen und gehört zu den fünf größten Saatgutherstellern weltweit. Bei genmanipuliertem Saatgut kooperiert sie seit langem mit dem Marktführer Monsanto. Unter dem Markennamen YieldGard® wird der Gen-Mais MON 810 von Monsanto in Europa vertrieben.
2.4.12

Konzern terrorisiert uns

Keiner will sie, niemand braucht sie – die neue Gen-Kartoffel „Fortuna“
Seit 15 Jahren versucht die Gentechnik-Industrie den europäischen Markt zu erobern – ohne Erfolg. In Deutschland wollen über 70 Prozent der Bevölkerung keine Gentechnik in der Landwirtschaft. Die einzige zum Anbau zugelassene Gen-Pflanze in Deutschland ist die Stärkekartoffel „Amflora“ von BASF. Doch ihre Markteinführung im letzten Jahr war ein Riesenflop. Gerade mal auf 15 Hektar wurde Amflora angebaut. Und dann mussten auch noch große Teile der Ernte aus dem Verkehr gezogen werden. Der Grund: Eine Verunreinigung des Amflora-Saatguts mit einer anderen, nicht zugelassenen Gen-Kartoffel. Da die Landwirte kein Interesse an Gentechnik auf ihren Äckern haben, fand der Anbau von Amflora in diesem Jahr nur noch auf 2 Hektar statt.

Jetzt versucht es BASF ein zweites Mal: Der Chemie-Konzern hat bei der EU die Zulassung der gentechnisch manipulierten Speisekartoffel „Fortuna“ beantragt. Doch selbst große Chips- und Pommes-Hersteller, wie Funny-frisch, Chio und Burger King, lehnen die Gen-Kartoffel ab. Das Scheitern von „Fortuna“ ist bereits vorprogrammiert.

Wir sagen Schluss mit einer Risiko-Technologie, die keiner will und niemand braucht. Die Politik muss endlich dem Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher folgen: Der Anbau und die Vermarktung von genmanipulierten Pflanzen in Europa muss endgültig verboten werden.

 

Bundesregierung setzt Kampf gegen Ökolandbau weiter fort


"Die Agrarpolitik von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner benachteiligt den Ökolandbauin Deutschland systematisch." erklärte Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der bündnisgrünen Fraktion zur Ökolandbauforschung offenbart eklatante Missstände.

58 Mio. Euro an Drittmitteln haben die Agrarforschungsinstitute des Bundes in den vergangenen drei Jahren eingeworben. Für Forschungsprojekte im Rahmen des Ökolandbaus standen davon aber nur 120 Tausend Euro zur Verfügung.
Den 2,4 Mrd. Euro, die die Bundesregierung in den nächsten sechs Jahren im Rahmen ihrer Bioökonomiestrategie vordringlich in die grüne Gentechnik investieren will, stehen 8 Mio. Euro aus dem Bundesprogramm für den Ökolandbau jährlich gegenüber.
Welche Eigenmittel die Bundesregierung darüber hinaus für die Agrarforschung jenseits des Ökolandbaus zur Verfügung stellt, konnten die Beamten des Landwirtschaftsministeriums nicht beantworten. Es dürften weitere Millionen im zwei- oder dreistelligen Bereich sein.

"Die systematische Vernachlässigung des Ökolandbaus wird weder seiner wirtschaftlichen, noch seiner gesellschaftlichen Bedeutung für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz gerecht. Obwohl die Branche einen Marktanteil zwischen 5 und 10 % hat, wird die Forschung im Promillebereich gehalten. Das ist Ideologie pur und eine wirtschaftspolitische Geisterfahrt."

Darüber hinaus warf Behm der Landwirtschaftsministerin vor, ihr Versprechen vom vergangenen Herbst gebrochen zu haben. Damals hieß es, die Ökolandbauforschung würde zukünftig auch aus anderen Forschungsprogrammen des Ministeriums wie dem Innovationsprogramm und der Bioökonomiestrategie gefördert werden. Tatsächlich ist aber bis heute kein einziger Euro aus diesen Programmen für die Ökolandbauforschung zur Verfügung gestellt worden.

"Die falschen Versprechungen zur gleichberechtigten Förderung von Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft sind durch die nackten Zahlen widerlegt. Die Interessen der Agrarindustrie von BASF bis Monsanto werden gegen den Verbraucherwillen mit Forschungsmillionen unterstützt. Für umwelt- und klimaschonende Landbewirtschaftung sowie schadstofffreie Lebensmittel wollen Union und FDP hingegen kein Geld ausgeben."

Die Antwort auf die Kleine Anfrage zeigt darüber hinaus, dass institutsübergreifende Forschungsprojekte für den Ökolandbau fehlen. Behm forderte deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, umgehend eine ressort- und institutsübergreifendeForschungsstrategie für den ökologischen Landbau zu erarbeiten.

"Union und FDP müssen ihre ideologische Brille endlich abnehmen und aufhören so zu tun, als hätte die Landwirtschaft nichts mit Klimawandel, Artensterben und ansteigenden Schadstoffmengen in Wasser und Boden zu tun. Im Gegenteil, vor allem die industrialisierte Landwirtschaft gehört in diesen Bereichen zu den Hauptverursachern. Mit dem ökologischen Landbau steht uns ein konzeptioneller Ansatz zur Verfügung, mit dem wir diesen großen Herausforderungen begegnen können. Das nützt auch umweltfreundlich wirtschaftenden konventionellen Betrieben. Deshalb muss die Forschung in diesem Bereich umfassend ausgebaut werden."

Die gute Nachricht

Bundesrat spricht sich für gentechnikfreies Saatgut aus

 

Im Bundesrat ist ein Antrag gescheitert, der zur Aufweichung der Nulltoleranz von Gentechnikkonstrukten im Saatgut hätte führen sollen. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, begrüßte die Entscheidung: „Die Reinheit des Saatguts hat höchste Bedeutung für die Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft. Ganz besonders gilt das für uns Biobauern und Hersteller Ökologischer Lebensmittel. Es ist erfreulich, dass der Bundesrat mit seiner Entscheidung hier ein deutliches Zeichen gesetzt hat. Die Proteste von Landwirten und Bürgern haben Wirkung gezeigt.“

 

Löwenstein forderte die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für den Fortbestand der Nulltoleranz beim Saatgut einzusetzen. Auch müsse sichergestellt werden, dass die Verursacher der unerwünschten Kontaminationen zur Verantwortung gezogen werden können. Im Zweifelsfalle soll der Inhaber des Gentechnikkonstrukts als Verursacher gelten.

 

Auch Bioland begrüßt die Mehrheitsentscheidung des Bundesrates, das Saatgut auch in Zukunft vor gentechnischer Kontamination zu schützen. "Gentechnikfreies Saatgut ist die Basis unserer Produktionskette und genau hier muss konsequent jegliche gentechnische Verunreinigung vermieden werden. Ein Recht auf Schlamperei darf es nicht geben“, kommentiert Jan Plagge, Präsident von Bioland die Entscheidung. Bioland fordert von den Bundesländern, Saatgut stärker zu überprüfen, damit die Saatgutfirmen ihre Qualitätssicherung beim Saatgut hinsichtlich GVO verbessern.

 

„Diese krachende Niederlage für die Gentechnik-Lobby ist der Erfolg massiven Engagements von Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen“, sagte Astrid Goltz vom Kampagnen-Netzwerk Campact, das zusammen mit der Initiative „Save Our Seeds“ die Proteste organisiert hatte.

 

"Ein guter Tag für die gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung!" freute sich Benedikt Härlin von Save Our Seeds, "Agro-Gentechnik ist und bleibt in Deutschland nicht durchsetzbar. Die Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut muss in Deutschland, aber auch in Europa weiterhin ohne Wenn und Aber gelten.“

Deutschland plant Genrübenanbau


Dümmer als die USA erlaubt

 

 

Obwohl in den USA der Anbau genmanipulierter Zuckerrüben bereits Mitte 2010 verboten wurde, ist in Deutschland wieder ein Freisetzungsversuch beantragt worden. Anmelder ist die Monsanto Agrar Deutschland GmbH. Bereits seit 2008 laufen mit diesen Rüben Freisetzungsversuche des deutschen Saatgutkonzerns KWS beziehungsweise dessen hundertprozentiger Tochter, Planta GmbH. Die manipulierten Rüben wurden von der KWS gemeinsam mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto entwickelt.

 

Ihnen wurde ein Resistenz-Gen gegen das Totalherbizid Roundup (mit dem Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto eingebaut. Noch bevor der letzte Versuch abgeschlossen ist sollen diese Rüben erneut von 2011 bis 2013 in Nienburg / Saale in Sachsen-Anhalt in die Umwelt freigesetzt werden. Hier geht es nicht um Wissenschaft sondern um die Durchsetzung der kommerziellen Anwendung.

 

Da ein Antrag auf kommerziellen Anbau in der EU von der KWS und Monsanto schon vor mehreren Jahren eingereicht wurde, ist klar: Ziel der Freisetzung ist es, den Anbau genmanipulierter Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen.

 

Darum muss der Versuch verboten werden:

 

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Der durch den Versuchsanbau eingeleitete kommerzielle Anbau von genmanipulierten Zuckerrüben ist aufgrund der Biologie der Pflanze hochriskant und öffnet gentechnischer Verunreinigung über einen langen Zeitraum und lange Distanzen Tür und Tor: Zuckerrüben kreuzen über extrem weite Entfernungen aus - laut jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen bis zu 10 Kilometer. Zuckerrüben können befruchtungsfähige Nachkommen mit verwandten Arten wie Mangold, Spinat oder Rote Beete bilden.

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Zuckerrüben können langlebige Unkrautpopulationen bilden, transgene Konstrukte sich dadurch für lange Zeit in der Umwelt halten

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Das Pestizid Roundup, gegen das die Gen-Rüben resistent gemacht wurden, ist hochtoxisch. Aktuelle Studien zeigen massive Schäden bei Amphibien, toxische Effekte auf DNA und Gebärmutterzellen. Die Verwendung dieses Ackergifts darf daher keinesfalls durch den Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen weiter gefördert werden.

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In mehrjährigen Versuchen wurde in England nachgewiesen, dass der Anbau herbizidresistenter Gen-Rüben noch schädlichere Auswirkungen auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt hat als der konventionelle pestizidbasierte Zuckerrüben-Anbau.

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Der Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen führt, wie die Beispiele Kanada, USA oder Argentinien zeigen, zu einer beschleunigten Resistenzbildung von Ackerkräutern gegen die entsprechenden Pestizide. Resultat ist ein steigender Pestizideinsatz.

 

 

Werden Sie aktiv: Fordern Sie Landwirtschaftsminister Aigner auf, die Freilandexperimente von Monsanto und KWS mit genmanipulierten Zuckerrüben zu verbieten

 

Mit freundlicher Genehmigung des Umweltinstitutes München eV

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